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Diego Rivetti

Diego Rivetti: Zwischen den Sandböden des Roero und den Kalkfelsen von Serralunga

Die Geschichte von Diego Rivetti beginnt in Piobesi d’Alba, wo seine Familie tief mit dem Boden der Region verwurzelt ist. Sein Herzstück im Roero ist die Lage MGA Bricco di Piobesi. Hier, auf sedimentärem Meeressand hoch über dem Dorf, gedeiht sein Roero Arneis «Criculin». Der Name leitet sich vom piemontesischen Wort für einen kleinen Hügelgipfel ab. Seit 2010 pflegt er diese Reben und hat das Portfolio dort 2023 um eine Parzelle Roero Nebbiolo erweitert.

Doch Diegos Neugier endet nicht am Dorfrand. Auf der gegenüberliegenden Talseite, in der MGA Montiglione, wachsen auf dunkleren, eisenreichen und pfirsichfarbenen Böden über einer Kreideschicht weitere Arneis-Reben. Hier experimentiert er seit dem Jahrgang 2022 mit einer in Amphoren vergorenen Version, die das Terroir auf ganz ursprüngliche Weise interpretiert.

Eine Freundschaft, zwei Dörfer, grosse Weine

Ein neues Kapitel schlug Diego zusammen mit seiner Schulfreundin Elena Strada auf. Elena, eine Mailänder Chirurgin mit Wurzeln in Serralunga d’Alba, brachte ein wertvolles Familienerbe in die Partnerschaft ein. Ihr Grossvater Guido Massa war einst eng mit der legendären Familie Cappellano verbunden, bevor er sein eigenes Weingut gründete.

Drei aussergewöhnliche Parzellen in Serralunga blieben im Familienbesitz und bilden heute das Fundament für Diegos Nebbiolo-Interpretationen:

  • Broglio: Eine extrem steile Ostlage direkt unterhalb der alten Cantina.
  • Damiano: Eine kühlere, nach Nordwesten ausgerichtete Parzelle auf Lehmboden, die die Basis für seinen frischen Langhe Nebbiolo bildet.
  • Vignarionda (Ausläufer): Ein geschichtsträchtiges «fazzoletto» (Taschentuch-Grundstück) mit perfekter Süd/Südwest-Ausrichtung. Nach Jahrzehnten im Brachzustand pflanzten Diego und Elena diesen Weinberg 2018 neu an.

Handwerk mit Geduld und Präzision

Diegos Arbeitsweise im Keller ist klassisch und kompromisslos. Er setzt auf vertikale Gärtanks und eine behutsame Weinbereitung. Besonders spannend ist die Entwicklung seines Barolo: Der Premieren-Jahrgang 2020 reifte 30 Monate lang in gebrauchten Tonneaux (400 l). Ab dem Jahrgang 2021 stellte er auf grosse 15-hl-Fässer von Garbellotto um, um der Struktur des Serralunga-Nebbiolos noch mehr Raum zum Atmen zu geben.

Alle Weine werden ungeschönt und nur minimal filtriert abgefüllt, um ihre unverfälschte Herkunft und Kraft zu bewahren. Mit dem Jahrgang 2024 kommen nun die ersten Flaschen seines Barolo del Comune di Serralunga d’Alba auf den Markt – ein Debüt, das die Fachwelt mit Spannung erwartet hat.